Auf dem Weg zur modernen Demokratie Die deutschen Freiheitsbewegungen von der Französischen Revolution bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

Die Wartburg-Stiftung, die Stadtverwaltung Eisenach und die Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte (GEDG) laden Sie ein, im Eisenacher Rathaus die Anfänge unserer modernen Demokratie zu entdecken. Erkunden Sie am Ort des bedeutsamen Wartburgfestes von 1817 wichtige Wegmarken der deutschen Demokratiegeschichte in einer informativen Ausstellung der GEDG mit illustrierten Tafeln und interaktivem Multimediatool. 

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes Markt 2 besichtigt werden (Mo–Fr, 7–18 Uhr). Der Eintritt ist frei!

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Der Prozess von der Französischen Revolution zu unserer modernen, parlamentarischen Demokratie mit Verfassung, Gewaltenteilung und garantierten Grundrechten war ein weiter und steiniger Weg. Er gestaltete sich von Ort zu Ort unterschiedlich, manifestierte sich in herausragenden Ereignissen, war jedoch auch von Widersprüchlichkeiten und Rückschlägen geprägt. Doch wie sahen die Ziele und Forderungen der Menschen vor gut 200 Jahren aus? Wie gestaltete sich ihr Kampf für Freiheit, Einheit und Demokratie, und welche politischen, gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen strebten sie an?

© Landtag Rheinland-Pfalz, Fotos: Andreas Linsenmann

Wesentlicher Teil der deutschen Demokratiegeschichte ist das Wartburgfest vom 18. Oktober 1817, bei dem etwa 500 Studenten nach Eisenach und auf die Wartburg zogen. Sie forderten die Gründung eines deutschen Nationalstaates, Freiheits- und Grundrechte und politische Partizipation. Diese erste große Willensbekundung studentischer Jugendlicher war einer der Startpunkte des langen Entwicklungsprozesses der Demokratie in Deutschland. Zugleich zeigt die dabei erfolgte Bücherverbrennung von Werken missliebiger Autoren und der von manchen Teilnehmern propagierte Juden- und Franzosenhass die Ambivalenz des Wartburgfestes, das exemplarisch für Widersprüche in der frühen Demokratiegeschichte steht.

© GEDG, Foto: Alexander Maser
© Landtag Rheinland-Pfalz, Foto: Andreas Linsenmann

Auch heute ist Demokratie kein abgeschlossener Zustand, vielmehr befindet sie sich in stetem Wandel. Und so stellt sich auch ganz aktuell die Frage, wie Demokratie, Teilhabe und Freiheit zukünftig aussehen sollen. Die Erinnerung an die Anfänge und die wechselvolle Geschichte der Demokratie in Deutschland ist dabei ein wichtiger Schlüssel für das Demokratieverständnis in unserer Gesellschaft. Die GEDG mit Sitz in Weimar und Mainz, die Wartburg-Stiftung und die Stadtverwaltung Eisenach folgen mit der Ausstellung diesem wichtigen Ziel.

 

Infos zur Ausstellung

Die Ausstellung ist vom 1. September bis zum 6. November 2022 bei freiem Eintritt während der Öffnungszeiten im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes Markt 2 zu sehen (Mo–Fr, 7–18 Uhr). Sie wurde von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und der Thüringer Staatskanzlei gefördert.